Die neue Website: Fragebogen für Webdesigner

Ohne die richtigen Fragen gestellt zu haben, ist es für Webdesigner nahezu unmöglich ein überzeugendes Angebot abzugeben. Ich habe mich im Web umgesehen und aus dutzenden Fragekatalogen die besten Methoden zusammen­ge­tragen.

Die neue Website: Fragebogen für Webdesigner

Vor kurzem stiess ich im Smashing Magazine auf eine Liste von erst­klassigen Fragekatalogen, die Webdienstleister zur Akquise und Ange­botserstellung einsetzen. Ich arbeitete mich durch die zig Worddocs und Online Formulare und erkannte ziemlich rasch, dass sich viele Fragen nur in der Formulierung unterscheiden. Ich weitete meine Re­cherche aufs deutsche Web aus, gleiches Resultat. Es scheint einen globalen Konsens zu geben, was Web­designer von Kunden zu Beginn wissen wollen.

Eigenständigkeit verkauft sich besser, deshalb sind selber formulierte Fragen wirksamer als kopierte.

Das ist hilfreich, weil man von anderen lernen kann, was funktioniert. Jeder Webdesigner kennt die Situation einer ersten Anfrage: "Ich brauche eine Website, was raten Sie mir?" Gut, wer die richtigen Fra­gen bereit hält und mit ihnen das Interesse intensiviert. Zum Einstieg ein paar Gedanken dazu, wie man einen guten Fragekatalog erstellt.

Was einen guten Fragebogen auszeichnet

1. Ein guter Fragebogen kann auch als Einweg-Doku­ment eingesetzt wer­den, also so, dass er ohne Erklärungen und Rückfragen funktio­niert. 2. Der Katalog soll nur so viele Fragen wie nötig umfassen; die Geduld des Interessenten darf nicht zu sehr strapaziert werden (auch um den Gehalt der Antworten wegen).

Im Mittelpunkt der Befragung steht nicht das Angebot des Webdesigners, sondern der Kunde.

3. Die Fragen sollen kurz und eindeutig formuliert sein. 4. Stellen Sie kreative und nicht abstrakte Fragen. 5. Machen Sie es dem Kunden leicht, prägnant und mühelos zu antworten.

Website Fragebogen Standards

Fragebogen helfen bei Telefonanfragen oder als Arbeitspapier in einem Treffen. Ob man Fragebogen auf die Website zum Download oder als Web­formular anbieten soll, darüber bestehen verschiedene Ansichten. Online helfen Sie eventuell bei der Leadgene­rierung, sie sind dort aber auf jeden Fall Futter für die Konkurrenz.

Zuerst sollen die Antworten die Grundlage für eine gute Offerte liefern. Aber nicht nur. Der Fragebogen soll auch helfen, den Wert der Anfrage und die Absichten dahinter einzuschätzen, damit der Aufwand für die Offerte angemessen bestimmt werden kann.

Die wichtigsten Fragen drehen sich um den Nutzen der Website für den Kunden und um den Look der Website.

Die meisten Fragebogen unterteilen ihre Erhebung in Fragekategorien nach folgendem Muster: Kontaktinformationen, Fragen zum Projekt, Fragen zur Zielgruppe und zur Konkurrenz, Fragen zum Design und Fragen zu den Funktionen und zum Umfang. Fragen zum Online Mar­keting und zum Hosting habe ich wenige gefunden, weshalb ich sie hier auslasse.

Standard 1: Kontaktinformationen

Die meisten Webdesigner stellen diese Formalitäten an den Anfang. Was in der Schriftform korrekt ist, funktioniert im Gespräch eventuell nicht.

Wichtig ist auch zu erfahren, welchen Einfluss die anfragende Person auf das Projekt in der Orga­nisation ausübt.

Kontaktinformationen sind nicht nur der Form halber wichtig, sie helfen später Ihrem Marketing und erleichtern eine evt. Kontaktaufnahme in der Zukunft.

Standard 2: Projektinformationen

Dieser Bereich wird in der Regel am ausgedehntesten erfragt. Es sind meist allgemeine Fragen, die helfen, die Anfrage richtig einzuordnen. Am einfachsten man behilft sich der W-Fragen, was, wann, warum, wer, wieviel. Bspw. will man erfahren, warum eine neue Website er­stellt werden soll, welche Ziele das Projekt verfolgt, wie diese gemes­sen werden, welche Website-Teile heute funktionieren und welche nicht.

Basis für die Auslegung des Angebots sind die allgemeinen Projektinformationen.

Hier sind kreative Fragen besonders angebracht, schliesslich geht es darum, schnell möglichst viel zu erfahren. Zudem sind kon­krete Anga­ben wichtig: Welche Assets vorhanden sind, wer den Content erstellt, ob die Struktur der Website angedacht ist und wer von Kundenseite in das Projekt involviert ist. Auch Fragen zum Zeitrahmen und zum Bud­get gehören in diesen Bereich.

Standard 3: Konkurrenz und Zielgruppen

Fast alle Agenturen stellen auch marktgerichtete Fragen zu den Be­suchern und zur Konkurrenz, das aus zwei Gründen: Erstens ergeben sich daraus Erkenntnisse zu sonst unausgesprochenen Anforderungen und Funktionen.

Die Marktausrichtung liefert Hinweise, inwieweit der Recherche- und Planungsteil zu gewichten ist.

Zweitens lässt sich mit solchen Fragen der Marktfokus abschätzen und daraus Schlüsse auf die geforderte Qua­li­tät ziehen. Web­sites mit einem ver­stärkten Marktfokus stehen im Wettbewerb mit der Konkurrenz und ihr Erfolg wird vom Kunden schlussendlich daran gemessen, wie sie im Vergleich abschneidet. Für solche Kunden ist die Website eher Investi­tion als Ausgabeposten und wird damit höher taxiert.

Standard 4: Design

Wie erfragen Webdesigner Anforderungen an die Layoutentwicklung? Meist durch Adjektive und Beschreibung der Stimmung, die vermittelt werden soll. Etwas fassbarer sind Fragen nach Vorgaben (CD) und Farben. Auffallend wenig findet man zur Konzeption und zur Planung des Layouts. Dagegen sind Referenzen sehr gefragt: Web­designer wollen sich anhand anderer Websites ein Bild machen, was für den Kunden funktioniert und was nicht.

Standard 5: Funktionen

Dieser Bereich deckt die konkreten Forderungen ab. Soll ein CMS oder ein Online Shop eingesetzt werden, wenn ja, welches? Was ist Pflicht und was Wunsch, wie steht es mit dem Einsatz von Video, Multimedia und mobilen Geräten?

B2B-Kunden verlangen in der Regel nicht Features sondern Problemlösungen.

Fast alle untersuchten Fragekataloge beschränken sich hier auf wenige Standardfragen oder fragen unspezifisch und allgemein. Das wohl auch weil Kunden oft mit genauen (individuellen) Vorstellungen zum Funk­tions­umfang aufwarten und Webdesigner sie nicht auf ein Pauschal­angebot einspuren wollen.

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