Kostenplanung für die Website-Erstellung

Zu Beginn des Webprojekts steht man bereits vor einem Schlüssel­entscheid: Wieviel soll für die Website kalkuliert werden? Tipps und Empfehlungen zur Festlegung des richtigen Webbudgets.

Kostenplanung für die Website-Erstellung

Kernelement im Kostenmanagement eines Webprojekts ist die Budgetierung. "Wieviel für die Website kalkulieren?" ist eine der wichtigen und gleich­zeitig schwierigen Fragen. Wie keine andere prägt die Antwort die Rea­lisierung der Website. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Budgetentscheid aus verschiedenen Blickwinkel zu betrachten. Hier ein Vorschlag, wie Sie ihn systematisch angehen:

  • Definieren Sie die Ausgangslage mit zwei Grundsatzfragen.
  • Positionieren Sie die Website anhand von Website-Klassen.
  • Bewerten Sie die beabsichtigte Marktstellung mit dem Budgetplaner.
  • Bestimmen Sie die Projektschwerpunkte.
  • Kalkulieren Sie mit dem Projektrechner das Standardbudget.
  • Notieren Sie, wo sich Ihr Projekt vom Durchschnitt abhebt.
  • Besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrer Webagentur.

Das Vorgehen führt Sie vom Grundsätzlichen ins Spezifische. Am Schluss sind Sie in der Lage, das Projekt mit der Webagentur bestimmend zu besprechen und aus den Angeboten, das für Sie beste auszuwählen.

Ausgangslage 1: Die Sinnfrage

Fundamental für die Budgetbestimmung ist der Zweck der Website: Wozu und für wen brauchen Sie die Website? Die Sinnfrage ist banal, die Antwort weniger: Es gilt, die Website ohne Phrasen in den betrieblichen Zusammenhang zu stellen.

Investition vs. Betriebsausgabe

Sind Sie Onlineshop-Betreiber, haben Sie es leichter, den Zweck der Website zu konkretisieren, als wenn dahinter kein reales Geschäft steckt. Wird die Website von Ergebnissen bestimmt, die einen monetären Wert wiederspiegeln (Umsatz, Neukunden, Leads), liefern Renditeerwartungen eine fest umrissene Basis der Bemessung. Beispiel: Von 100 erwarteten Website-Besuchern fragen 5 an, davon führt eine Anfrage zur Bestellung im Wert von 100 Euro Bruttogewinn. Der Bruttowert der Website liegt dann bei 100 Euro x 300 Umsatztage, also bei 30'000 Euro pro Jahr.

Was aber, wenn der Website kein Ertrag direkt zugerechnet werden kann, der sie über die Jahre rechnerisch amortisiert? Dann hilft die folgende Frage weiter.

Ausgangslage 2: Die Qualitätsfrage

Nach dem Betriebswert (Zweck) bestimmt der Bedarf nach Qualität das Budget. Qualität ist oft eine Frage der Art und Weise und umschreibt all das, "was nach dem Preis kommt". Nicht so hier, wo es immer noch darum geht, die Position abzustecken und nicht darum, ein detailliertes Pflichtenheft zu erstellen. Immer noch sind fundamentale Fragen an der Reihe wie: "Welchen Ansprüche sollen wir genügen, welche Ansprüche wollen und können wir erfüllen." Es sind zwei Faktoren, die die Qualität steuern: Markt und Dimension, sollen und wollen.

Markt

Qualität steht immer im Verhältnis zum Umsatz und zur Marktsituation einer Unternehmung. Grosse Unternehmen und umkämpfte Branchen verlangen mehr Qualität als Keinbetriebe und ertragsschwache Branchen. Kurz und gut: Der Markt bestimmt das Budgetniveau maßgeblich.

Dimension

Im Gegensatz zum Markt ist die Projektdimension Einschätzungssache: Sie misst sich schlussendlich am Einsatz der Ressourcen: Welches und wie viel Personal soll eingesetzt werden? Werden IT-Spezialisten und andere Fachkräfte wie Grafiker und Texter verlangt oder genügt es, wenn die Website aus einer Hand von einem Freiberufler programmiert wird? Diese Fragen sollte der Auftraggeber und nicht die Webagentur beantworten.

Benchmark

Sind Markt und Dimension bestimmt, kann das Projekt eingeordnet und mit seinesgleichen verglichen werden. Zu diesem Zweck wird das Standardbudget der ermittelten Bezugsgruppe sondiert. Relevante Richtwerte für Ihr Projekt finden Sie u.a. mit den Zahlen und Analysen in der Rubrik Marktübersicht.

Positionierung: Website-Klassen

Der Benchmark ist ein Ausgangswert, aber noch wenig spezifisch. In diesem Schritt konkretisiert sich das Webprojekt und damit auch das Budget: Mithilfe von Website-Klassen wird die Website ausgelegt. Mein funktioneller Ansatz als Kriterium für die Klassenbildung passt ganz gut für Firmen-Websites, je nach Website-Typ sind aber andere Kriterien dienlicher.

Basis-Website bis 1'000 Euro

Eine Basis-Website übernimmt die Rolle einer Online-Broschüre, sie begründet eine einfache Präsenz im Internet, gibt Antworten auf Fra­gen über den Standort und das Angebot. Austausch mit Besuchern ist nicht das Ziel. Wenn Content-Management gefordert wird, werden Baukasten-Systeme wie Jimdo oder einfachere CMS wie Wordpress eingesetzt Das Layout ist schlicht erstellt oder auf vorgefertigten Templates aufgebaut. Ein Viertel der Einzelfirmen mit einem Umsatz kleiner als 100 Tausend Euro setzt auf solche Basis-Websites.

Standard-Website ab 1'000 Euro

Bei Standard-Websites steht das Design im Vordergrund, das Layout ist massgeschneidert und nach Vorgaben des Kunden ent­worfen. Im Vergleich zu den teureren Websites sind Standard-Websites nicht sehr funktional und interaktiv. Wenn funktionale und interaktive Elemente eingesetzt werden, sind sie in der Regel von der Stange und deshalb nur begrenzt einsetzbar. Als technische Basis dienen kleinere CMS wie Wordpress, Joomla! und Contao. Das Content-Management ist aber nicht entscheidend für die Website. Kleinbetriebe setzen zum grössten Teil auf solche Stan­dard-Websites.

CMS-Website ab 3'000 Euro

Nicht ein CMS macht eine Website zur CMS-Website, sondern die Organisation dahinter. Bei einer CMS-Website ist das Content-Management Teil des Tagesgeschäfts und deshalb der Zugang zum Content für den Website-Betreiber kritisch. Die tech­nischen Ansprüche an das CMS unterscheiden sich je nach Organisation beträchtlich. Bei kleineren Firmen genügen für den Standardeinsatz prädestinierte CMS wie Wordpress oder Joomla!. Mit steigenden Ansprüchen eignen sich komplexere CMS wie typo3 oder Drupal besser. Eine Sonderform von CMS-Websites sind Onlineshops, sofern sie nicht Teil einer e-Commerce-Website sind.

E-Commerce-Website ab 5'000 Euro

Wer online verkauft, macht nicht automatisch e-Commerce, es kommt darauf an, wie die Website den ganzen Handel abdeckt. Wer es Ernst meint mit e-Commerce, investiert in Schnittstellen, stimmt Prozesse ab und bindet das Backoffice mit ein. Von allen Onlineshops erfüllen nur 13% diesen Grad an Integration. Das durchschnittliche Budget einer E-Commerce Website liegt bei 12 Tausend Euro, ohne Backoffice-Anbindung bei knapp 7 Tausend Euro.

Markstellung: Der Budgetplaner

Mit dem Budgetplaner betrachten Sie die Website, oder besser gesagt das Budget, aus einer anderen Sicht: Sie fragen sich, was es braucht, um den Wettbewerb zu toppen. Verglichen werden nicht Funktionen und Features, sondern Ausrichtung und Engagement, und für einmal sind nicht leistungsbezogene Komponenten Ausgangspunkt der Budgetierung, sondern ist es radikal anders die angestrebte Marktposition. Der Budgetplaner gibt eine Idee, wie viel investiert werden muss, will man mit dem Markt mithalten. Die Berechnungen sind grobe Durchschnittswerte, sie genügen ganz passabel als Richtwerte.

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